Geschichte der Grafschaft Hauenstein
Die
Salpeterer
Der Loskauf
Tod oder Verbannung
Das Ende
Die Stimme des
Wälder
Die Stimme des Abtes
Einen breiten Raum nahmen im 18. Jahrhundert in der
Grafschaft die Salpetereraufstände ein (1726 - 1755), in denen sich
Hauensteiner anfänglich unter dem Anführer Hans Fridli Albiez von Buch (ein
Salpetersieder und daher der Name der Bewegung) hauptsächlich gegen die Macht
und Expansionspolitik des Klosters St. Blasien auflehnten. Die bürgerkriegsähnlichen
Zustände zwischen den »Unruhigen« und den »Ruhigen« sowie die Zusammenstöße
mit Regierungstruppen brachten viel Not und Leid über das Land.
Als positive Frucht davon darf der dabei zustande gekommene Loskauf aus der
Leibeigenschaft gewertet werden. Unter den rund 20 000 Einwohnern der Grafschaft
hatte, nach einer Aufstellung im Jahr 1730, das Kloster St. Blasien 11500
Leibeigene, das Stift Säckingen 1800 und der Baron ZWEYER VON EVIBACH in
Unteralpfen 400.
Nach längeren Verhandlungen kam es am 15. Januar 1738 zum »Fallauskauf«
zwischen Vertretern des Klosters St. Blasien, des Waldvogteiamtes und
Deputierten aus allen acht Einungen. Für 58000 Gulden kauften sich die
Hauensteiner von der Leibeigenschaft mit St. Blasien aus. Am 21. Februar 1741
erreichten die Hörigen des Stiftes Säckingen dasselbe Ziel für 9583 fl. 20 kr.,
und schließlich vereinbarten die Unteralpfener am 24. Februar 1743 mit ihrem
Leibherrn den Auskauf um 2166fl. 20kr.
Für die Freiheit von der Fallbarkeit zahlten die Hauensteiner also insgesamt
69750Gulden.
Damit war erstmals in Deutschland ein ganzes Territorium durch den Loskauf der Hörigen
selbst von der als drückend empfundenen Leibeigenschaft befreit.
Quelle: Die Grafschaft Hauenstein in Vorderösterreich